07.01.2012
Der neue Fischbesatzplan des Wallis schiesst mächtig am Ziel vorbei: eine kritische Analyse der Situation und Perspektiven für Fortschritte.
Bei den wissenschaftlichen Erkenntnissen über das Fischmanagement wurden in den letzten Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht, vor allem in Nordamerika und in Europa. Im Bereich der Ökologie der Binnengewässer ist das Wissen seit Mitte der 1990er-Jahren buchstäblich explodiert, insbesondere bei den Edelfischen (Salmoniden) der Flüsse. Diese Erkenntnisse halten aber nur sehr langsam Einzug in der Politik und in der Praxis des Fischmanagements. Dies wirkt sich nachteilig auf Ökologie und Ökonomie aus. Zudem werden vielversprechende Synergien bei der Erhaltung, Wiederherstellung und rationelleren Bewirtschaftung der Fischbestände verpasst. Der vorliegende Artikel gibt einen Überblick zum heutigen Wissen über das Management der Fluss-Edelfische, insbesondere der Forellen. Er diskutiert und kritisiert den Besatzplan des Kantons Wallis vor dem Hintergrund des aktuellen, von den Behörden scheinbar verschwiegenen Wissensstands und schlägt einen alternativen Dreipunkteplan für das Fischmanagement vor.